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25. Oktober 06

Kommentare

sebastians

das besondere am long tail ist aber doch, dass der anbieter keinerlei lagerkosten hat und darum jede infinitisimale einheit einen gewinn einbringt. also jeder verkauf, da es keine fixen kosten zur lagerhaltung gibt.

wie meinst du das mit der gegenüberstellung von 95 und 98%?

Giovanni

Hallo Sebastian,

wenn wir Amazon, Amazon Marketplace, AbeBooks oder JustBooks selbts als Beispiel nehmen, dann sehen wir schon, dass Büchhändler immernoch Lagerkosten haben. Das Long Tail entsteht eher aus der von dem Internet ermöglichte Fähigkeit, der Nachfrage nach vielen verschiedenen Produkten entgegenzukommen. Das wird auch von gerigen Lagerkosten ermöglicht, aber entscheidend im diesem Fall ist die Aggregation vielen diversen Angeboten, die keine Bestseller sind und in einem traditionalen Markt schwer zu erreichen wären (da schwer zu verkaufen).

Mit der gegenüberstellung von 95 und 98% zitiere ich einfach, was eine große Online-Buchhandlung meinte. Mit den 1000 Bestsellern werden ca. 95% Prozent des Umsatzes generiert. Daher würde ein Produktkatalog von 40.000 Artikeln schätzungsweise 98% des Umsatzes ausmachen.

sebastians

hi giovanni,

deiner definition stimme ich zu. deswegen passt meiner meinung nach der begriff hier auch nicht. chris beschreibt im long tail deutlich, dass z.b. lulu (disclosure, lulu ist edelman kunde, wird aber explizit von chris erwähnt, nur daher von mir hier als passendes beispiel)den long tail kapitalisieren oder den gewinn sogar an seine kunden weitergeben kann, da keinerlei extra fixkosten für die vorhaltung von zusätzlichen produkten anfallen und somit nischen beliefert werden können.

oder sagen wir, das phänomen des long tail ist nur dort positiv, wo neuartige technologien, wie web 2.0 für diverse faktoren verantwortlich sind, die alte ökonomische kalkulationen überholen. dies sind z.b. keine lagerkosten, perfekte vermarktbarkeit/auffindbarkeit von nischenprodukten im netz, der möglichkeit des user involvements bei der suche und vor allem die unglaubliche streuung und somit belieferung von nischenprodukten.

allerdings - ausgehebelt werden ökonomische prinzipien natürlich nicht, daher ist es doch klar, dass unternehmen wie buchhändler mit ihren stars mehr verdienen, die sie direkt vorhalten können als mit
poor dogs, die erst bestellt werden müssen oder gar nicht mehr erhältlich sind.

sebastians

übrigens, dein profil ist leer oder der link beschädigt

Giovanni

Lulu ist ein gutes Beispiel. Die ökonomische Prinzipien sind immer gültig, die technlogische und wirtschaftliche Möglichkeit sind aber anders, wie Du auch schreibst.

In dem Post wollte ich eher die Frage der Größe des Long Tails stellen. Das Long Tail ist da, ist es aber doch so groß wie behauptet? Es gibt recht wenige Studien, die sich grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen.

sebastians

ja, ist ein innovatives geschäftsmodell.

grüße aus frankfurt

sebastian

Babelsguy

Es gibt inzwischen einige Firmen, die ganz explizit auf Produkte setzen, die sehr long-tailig sind, also ein ganz spezifisches Interesse weniger potentieller Kunden bedienen. Das Web macht es möglich, dass diese sehr weit vertreuten Interessenten mit dem Angebot zusammenfinden. Ein Beispiel, dem ich kürzlich über den Weg gelaufen bin: http://www.lautständer.de

Dort kann man sich mit einem Online-Konfigurator einen maß- und materialmäßig individuellen Lautsprecherständer zusammenkonfigurieren. Cool: Die generieren sogar eine Vorschau per Raytracer. Das ist nichts für den Massenabsatz, sondern bedient offenbar die Nische von Hifi-Enthusiasten, die keine Lust auf die Massenware aus den Baumärkten haben.
Das würde sich ohne Long-Tail-Effekt nie und nimmer lohnen.

Gruß

Longtailer

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