Der britische Verlag Penguin hat gerade ein einzigartiges Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität De Montfort gestartet: Unter der Webseite aMillionPenguins.com können Internet-Nutzer den allerersten Wiki-Roman lesen und gleich mitschreiben.
Das Projekt basiert auf den gleichen Konzept wie das Wikipedia-Lexikon: Alle können mitmachen, diskutieren und editieren.
Wie der Spiegel berichtet, ist die Idee eines kollektiv geschriebenen Romans nicht neu: Schon im 18. und 19. Jahrhundert wurde versucht, Romane aus dem Dialog und der Korrespondenz von verschiedenen Autoren entstehen zu lassen. Mit dem Wiki-Roman, so wie bei jeder Wiki-Seite auch, entsteht aber die Möglichkeit die Texte der "Vorschreiber" zu korrigieren und mit den anderen Nutzern über die Entwicklung des Roman zu diskutieren. Dies sind gerade die Faktoren, die zum Wikipedia-Erfolg geführt haben. Ob das Gleiche bei einem Literaturprojekt funktionieren kann, wird sich zeigen.
Die Webseite ging vor wenigen Tagen online und bereits jetzt sind schon 12 Kapitel zu lesen. Viele begeisterte Nutzer haben einen Teil des Romans geschrieben oder mindestens die Seite besucht. Aus der Diskussion-Seiten kann man wahrnehmen, wie sich verschiedene Stories aus der originellen Handlung entwickelt haben und wie verschiedene Gruppe von Nutzern verschiedene Handlungen der Geschichte unterstützt haben.
Penguin hat gerade ein Blog gelauncht, um Feedback von den Nutzern zu bekommen und eine Diskussion um die Regeln des Wiki-Romans zu führen. Solche Grundregeln sind auch über die Jahre von der Wikipedia-Community entwickelt worden.
Projektleiter Jeremy Ettinghausen sagt: "Das ist ein Experiment. Es könnte als Buchstabensalat enden. Wir machen keine Vorhersagen. Aber es wäre schon absolut fantastisch, wenn wir daraus am Ende etwas für den Druck kreieren könnten."
Ob aus diesem Projekt nur ein Buchstabensalat oder ein toller Roman mit Regeln für eine "virtuelle" literarische Gattung herauskommt, muss aber der Leser beurteilen.
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