In einer Umfrage des Börsenblatts berichten Antiquare über Ihre Erfahrungen mit dem Internetauktionshaus Ebay.
Die Meinungen sind eher negativ als positiv:
"nicht seriös"
"Ebay ist für uns als antiquarische Buchhändler seit langem keine Vertriebsalternative mehr"
"Wir möchten unsere Preise selbst festlegen. Die Kosten sind zu hoch und die Angebotsdauer zu kurz"
"Einem im Verhältnis hohen Verwaltungsaufwand standen äußerst geringe Erlöse gegenüber."
"Schlecht oder mangelhaft sind: Service, Sicherheit, Kontaktaufnahme"
"Ich möchte die Preisgestaltung im Normalfall nicht den Kunden überlassen"
Ich selber kaufe auch nicht allzu gerne bei Ebay, obwohl man manchmal dort Produkte finden kann, die sonst gar nicht zu bekommen sind. Besonders Bücher kaufe ich lieber bei anderen Plattformen, die speziell auf Bücher ausgerichtet sind. Dennoch ist Ebay viel bekannter als diese Webseiten und ich würde vermuten, dass viele Käufer bei Ebay nach Büchern suchen.
Das wird vom Antiquar Zerfaß aus Berlin bestätigt:
"Wir bieten ca. alle 6 Wochen für 10 Tage mit der Option ‚sofort kaufen’, also zu unserem Festpreis an. Die Preise sind dabei um 15 Prozent erhöht, um die Provisionen von Ebay abzufedern. Von zuletzt 5.000 Titeln konnten wir 130 verkaufen, diese Bücher waren vorher auf allen anderen Plattformen teils deutlich günstiger erhältlich und während der Laufzeit der sogenannten Auktion wurde auch keines der Bücher über einen anderen Bestellweg geordert. Also echter zusätzlicher Umsatz und vor allem Bewegung im Lagerbestand".
Das legt den Verdacht nahe, dass die Käufer auf Ebay Büchermarktplätze wie AbeBooks, ZVAB (oder Suchmaschinen wie JustBooks) gar nicht kennen oder einfach nach einer anderen Art von Büchern suchen. Ist das wirklich so?
Ich denke, das Problem besteht darin, dass...
a) eBay / Amazon einfach alle Bereiche des Onlinekaufs abdecken, und die Leute deswegen gar nicht auf die Idee kommen, sich außerhalb dieser vertrauten Umgebungen zu bewegungen (einem Riesen wie amazon.de so sensible Dinge wie seine Kontoverbindung mitzuteilen, fällt halt doch leichter)
b) eBay gerade durch diese Marktdominanz gar nicht in der Lage ist, all die verschiedenen Nischen vernünftig zu verwalten. eBay mag für, sagen wir mal, Musikinstrumente oder CDs einen guten Markt darstellen, für antiquarische Bücher sollte sich aber sicherlich niemand an eBay wenden
Viele Grüße
Jörn
Kommentiert von: Jörn | 29. Juni 07 um 10:16 Uhr
Dem Kommentar von Jörn muss ich entschieden widersprechen. Als langjähriger Sammler erwerbe ich regelmässig wertvolle Bücher sowohl über Ebay, wie über andere Plattformen. Ebenso verkaufe ich gelegentlich Bücher aus meinem Bestand über Ebay. Für den Privatmann liegt der Reiz der Auktionen natürlich darin, dass die erzielten Preise häufig sehr viel näher am Marktwert (also dem Preis, den ein Antiquar für das entsprechende Werk bezahlen würde) liegen, als die Preise professioneller Händler auf anderen Plattformen. Wenn man genau weiss was man will und man sich auch genügend Zeit lässt, kann Ebay gerade für antiquarische Bücher eine vorzügliche Quelle darstellen.
Kommentiert von: Hartmut Porzig | 08. September 07 um 12:11 Uhr
Ich finde dass es vor allem für einen privaten Anbieter nicht lohnt, Bücher über ebay anzubieten, in erster Linie wegen der kurzen Laufzeiten. Ich ziehe Booklooker vor: Man zahlt erst Gebühren bei einem Verkauf, die Eingabe ist schneller und man hat sofort einen Überblick über die Preise konkurrierender Anbieter, ist über justbooks erfasst ...
Dass viele die Internet-Antiquariats-Seiten wie Booklooker, Abebooks, ZVAB nicht kennen und auch justbooks.de nicht, kann ich leider bestätigen.
Kommentiert von: Michael Weil | 26. Juni 08 um 14:14 Uhr